Ein ausserordentliches Geschäftsjahr von EWA

Die Gesamtleistung der EWA-Gruppe fiel im Geschäftsjahr 2017/18 mit 98.6 Millionen Franken fast dreistellig aus. Der Stromabsatz stieg um 99 Millionen Kilowattstunden auf 565 Millionen Kilowattstunden. Vier Meilensteine in der Wasserkraft, ein erstes realisiertes Projekt im Bereich integrierter Gesamtenergielösungen, die neue Strategie der EWA-Gruppe sowie die einmalige Zusammenarbeit von fünf Energieversorgungsunternehmen beim Smart Metering sind weitere Bausteine eines ausserordentlichen Geschäftsjahrs.

Die Energiestrategie des Kantons Uri feiert 2018 ihr 10-Jahr-Jubiläum. Der Ausbau der Nutzung der Wasserkraft ist dabei ein zentrales Element. Neben nachhaltiger Energie sorgen die Wasserkraftwerke für Wasserzins- und Steuereinnahmen sowie eine hohe lokale Wertschöpfung und sie sichern Arbeitsplätze. EWA setzt zusammen mit dem Kanton, der Korporation, Gemeinden und weiteren Partnern die Urner Energiestrategie um: 10 neue Wasserkraftwerke wurden seit 2008 von EWA realisiert, zwei zusätzliche befinden sich in Planung.

Vier Meilensteine bei den Wasserkraftwerken

«Das Jubiläumsjahr der Urner Energiestrategie war gleichzeitig ein Jubeljahr für die Urner Wasserkraft», führt Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung von EWA aus. «Im vergangenen Geschäftsjahr konnten wir gleich vier Meilensteine bei unseren Kraftwerksprojekten feiern: Im Juni eröffneten wir das umfassend erneuerte und ausgebaute Kraftwerk (KW) Gurtnellen. Im September erfolgte der Spatenstich für das neue KW Schächen. Das KW Palanggenbach erhielt im September die Konzession durch die Korporation Uri, und im Oktober wurde die KW Palanggenbach AG gegründet. Anfang Oktober sprach sich der Urner Landrat ohne Gegenstimme für die Konzessionierung des KW Erstfeldertal aus. Und im November schliesslich folgte auch noch die Baubewilligung für das KW Erstfeldertal. Dieser Erfolg freut mich ganz besonders. Vor einem Jahr stand das KW Erstfeldertal praktisch vor dem Aus. Jetzt sind wir wieder auf Kurs und planen die Realisierung. Um den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen und in einem Jahr sowohl die Konzession als auch die Baubewilligung zu erhalten, war allerdings ein ganz besonderer Effort nötig.»

Mit neuer Strategie erfolgreich in die Zukunft

Das Jubeljahr für die Wasserkraft schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Im Kerngeschäft von EWA ist die Strom-Eigenproduktion im Geschäftsjahr 2017/18 mit 273 Mio. kWh um 39 Mio. kWh gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Stromabsatz erhöhte sich deutlich um 99 Mio. kWh auf 565 Mio. kWh. Daraus resultiert eine höhere Gesamtleistung der EWA Gruppe von 98.6 Millionen Franken (+4.2 Mio). Der Jahresgewinn der EWA AG beläuft sich auf 4.9 Millionen Franken (+0.6 Mio.).

«Die Basis unseres Erfolgs ist die tolle Arbeit unserer 324 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter», führt Werner Jauch aus. «Er ist aber auch das Resultat davon, dass wir mit unserer Strategie die Weichen richtig gestellt haben. Die Kraftwerke, die wir gebaut haben, bilden heute das Rückgrat der erfolgreichen Geschäftstätigkeit von EWA.» Im vergangenen Geschäftsjahr hat EWA eine neue Strategie erarbeitet, die die Weichen für den Unternehmenserfolg in der Zukunft stellt: «Zentrale Stossrichtungen unserer Strategie sind die weitere Stärkung der Wasserkraft, der Ausbau von Gesamtenergielösungen, die Vertiefung der Kooperationen, die Erschliessung neuer Geschäftsfelder sowie die Weiterentwicklung der unternehmerischen Voraussetzungen.»

URstrom für alle

Die strategischen Stossrichtungen sind keine Zukunftsmusik, sondern würden im vergangenen Geschäftsjahr bereits erfolgreich umgesetzt. In der Überbauung Hintere Schilligmatte oberhalb des Dorfkerns von Bürglen konnte EWA erfolgreich die erste integrierte Gesamtenergielösung umsetzen. EWA baute bei diesem SmartEnergy-Projekt die Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach zur Produktion von Solarstrom. Neben der Investition in diese Anlagen übernahm EWA  auch die Investition in die Wärmepumpen, die teilweise durch den Solarstrom angetrieben werden. Die Hausbewohnerinnen und     -bewohner beziehen die Wärme über ein Wärmepumpencontracting mit EWA. Reicht der selber produzierte Strom einmal nicht aus, wird ökologisch nachhaltiger URstrom eingespeist.

In Andermatt realisierte EWA im Apartmenthaus Alpenrose ihr bisher grösstes SmartHome-Projekt und rüstete die 20 topmodernen Wohnungen mit intelligenter Gebäudetechnologie aus. Im The Chedi verlegte EWA über 700 m LED-Beleuchtung aus der eigenen Manufaktur.

Die Kooperationen konnten im vergangenen Geschäftsjahr beim Smart-Metering-Projekt, dem Ersatz der bestehenden durch intelligente Stromzähler, vertieft werden. Die vier Urner Energieversorger EWA, Elektrizitätswerk Ursern, Gemeindewerke Erstfeld, Elektrizitätswerk Göschenen und die Gemeindewerke Arth arbeiten zusammen, um eine kantonsweite Systemplattform für die Erfassung von Strom, Wärme und Wasser zu schaffen. Im September erfolgte die Ausschreibung von 35‘000 Zählern, die in den kommenden Jahren installiert werden.  

Und schliesslich konnte EWA im Jubiläumsjahr der Urner Energiestrategie einen weiteren Beitrag zur Erhöhung der ökologischen Energiebilanz des Kantons leisten: URstrom aus Urner Wasserkraft ist seit dem 1. Oktober 2018 das Basisprodukt von EWA für Privatkunden und KMU. Der Strom aus Urner Wasserkraft ist höherwertig als das bisherige Basisprodukt, wird aber dank den stetigen Optimierungen in der Energiewirtschaft nicht teurer, sondern sogar leicht günstiger.