Spatenstich für das Kraftwerk Schächen

Am 27. September 2018 feierte das Kraftwerk (KW) Schächen den Spatenstich – ein weiterer Meilenstein für die Wasserkraft in Uri. Das Kraftwerk, an dem EWA der Kanton und die Korporation Uri beteiligt sind, nutzt den Unterlauf des Schächen zur Stromproduktion. 3600 Haushalte können ab Ende 2019, wenn das Kraftwerk in Betrieb geht, mit nachhaltigem Strom aus Urner Wasserkraft versorgt werden.

«Unter den fast 80 grösseren Urner Bächen hat der Schächen für die Urner Energieproduktion eine ganz besondere Bedeutung» führt Werner Jauch, Verwaltungsratspräsident der KW Schächen aus. «Schon 1894 erteilte der Urner Regierungsrat eine Konzession zur Nutzung des Schächen. EWA baute am Schächen 1895 ihr erstes Kraftwerk. Später wurden auch die oberliegenden Bäche des Schächentals durch die KW Schächtenal AG genutzt. So gesehen liegt der Schächen dem EWA gewissermassen in der DNA.»

 

Kein Projekt auf der grünen Wiese
Mit dem Kraftwerk Schächen kommt nun eine weitere Nutzungskaskade dazu. Bis zum Spatenstich dafür sind allerdings seit dem ersten Vorprojekt im Jahr 2009 fast zehn Jahre vergangen. Die lange Dauer hat ihre Gründe: «Es macht Sinn, einen Bach wie den Schächen in mehreren Kaskaden zu nutzen und das neue Kraftwerk ist in diesem Sinne eine logische Weiterführung der bestehenden Werke», erklärt Werner Jauch. «Auf der anderen Seite gestalten die bestehenden Nutzungen das Projekt anspruchsvoll. Es ist einfacher, ein Kraftwerk in einem Seitental, gewissermassen auf der grünen Wiese zu planen und zu bauen als hier mitten drin im Urner Talboden, im belebten und dicht bebauten Wohn- und Wirtschaftsraum.

 

Beispielsweise muss das Projekt WOV, die West-Ost-Verbindung mit eingeplant werden. Die WOV tangiert das RUAG-Areal stark, die Zentrale des neuen Kraftwerks wird ebenfalls in diesem Areal liegen. Hier bestand und besteht Koordinationsbedarf und die KW Schächen AG hat von allem Anfang an eng mit dem WOV-Verantwortlichen zusammengearbeitet.

 

Eine Investition für Uri

An der KW Schächen AG sind EWA (51 Prozent) sowie der Kanton (34 Prozent) und die Korporation Uri (15 Prozent) beteiligt. Sie investieren rund 21.4 Millionen Franken in das neue Werk. «Die Investition in das Kraftwerk Schächen wird auf neue Werte generieren», ist Werner Jauch überzeugt. «Wir steigern die Produktion von sauberem, nachhaltigem Strom aus Urner Wasserkraft und leisten damit einen Beitrag an die Energiestrategien des Bundes und des Kantons Uri. Darüber hinaus bringt das Kraftwerk einen beachtlichen wiederkehrenden volkswirtschaftlichen Nutzen. Von der Gesamtinvestition fliessen über 75 Prozent oder 16 Millionen Franken in Form von Aufträgen an Unternehmen in Uri. Die Wasserzinsen aus dem Kraftwerk belaufen sich künftig auf 240’000 Franken pro Jahr. Weiter generiert der Betrieb zusätzliche Steuereinnahmen für die Gemeinden Bürglen und Schattdorf sowie den Kanton Uri plus neue Wertschöpfung für Uri. Und schliesslich sichert das Projekt auch bestehende Arbeitsplätze.»

Mit den Kraftwerken Bristen, Gurtnellen und Schächen investiert EWA zusammen mit den Partnern insgesamt 65 Millionen Franken in neue Kraftwerke. Diese produzieren rund 62 Millionen Kilowattstunden Strom für die Versorgung von fast 14‘000 Haushalten.

Website KW Schächen